Unser nächster, sehr großer Stop war der südliche Rand des Grand Canyon. Hier hatten wir zunächst 3 Nächte auf dem großen Mather Campground gebucht. Da wir uns allerdings nicht schon in Deutschland um einen Platz gekümmert hatten, mussten wir für jede dieser Nächte auf einen anderen Platz umziehen.

Gleich am ersten Tag dort hieß es früh aufstehen, da wir uns die schwierigste Tageswanderung im Park ausgesucht hatten. Hierbei wollten wir schon vor Sonnenaufgang beginnen, den Bright Angel Trail zu laufen und mussten deshalb um ca. 5 Uhr los gehen. Der Weg zum Plateau Point führt 9,6km und 950 Höhenmeter hinab in den Canyon. Die Wanderung führt hierbei über den Indian Garden. Hier befindet sich eine Quelle, weshalb Indianer dort früher ihre Nahrung angebaut haben. Von dort aus geht es relativ eben, allerdings jetzt auch ohne Schatten, hinaus zum Plateau Point. Dort kann man sowohl den Colorado River tief unterhalb als auch den Rand des Canyons viele Höhenmeter weiter oben sehen. Alles ist einfach sehr riesig. Lediglich die Farbintensität lässt auf Grund der Luftverschmutzung und der starken Sonne etwas zu wünschen übrig. Der Rückweg gestaltete sich als weitaus schwieriger. Bei Temperaturen um die 32°C und heftiger Sonneneinstrahlung war zwar der erste, ebene Abschnitt vom Plateau Point aus zurück zum Indian Garden recht einfach, aber alle weiteren Abschnitte mit jeweils 2,4km und einem Anstieg von ca. 300 Höhenmetern waren sehr anstrengend. Insgesamt haben wir knapp 11 Stunden für die gesamte Wanderung gebraucht (lediglich gut 3h davon gingen für den Weg nach unten drauf). Wir haben uns aber auch viel Zeit gelassen und viele Pausen eingelegt. Durch das ganze wurden wir am nächsten Tag mit reichlich Muskelkater bestraft.

Aus diesem Grund ließen wir es am zweiten Tag etwas ruhiger angehen. Wir sind lediglich mit einem Shuttle zu „Hermits Rest“, dem westlichen Teil des Parks, gefahren. Hierbei kann man an diversen Aussichtspunkten entlang des Canyon-Randes aussteigen und alle 10 Minuten den nächsten Bus nehmen. Hier sind die Aussichten wunderschön und es ist unglaublich, wie viele verschiedene Blicke man auf den selben Canyon in lediglich 11 Meilen haben kann. Zudem konnten wir auch einen wundervollen Sonnenuntergang beobachten.

Am nächsten Tag führte uns unser Weg in den östlichen Teil des Parks, „Desert View“. Hier haben wir an einem anderen, first come-first served Campground übernachtet. Auf dem Weg entlang des Canyon-Rands sind wiederum einige Aussichtspunkte, einer davon ist sogar der höchstgelegene Punkt am South Rim, und am Desert View Point selbst kann man einen Aussichtsturm besichtigen. Hier haben wir auch am nächsten Morgen den Sonnenaufgang beobachtet und Zeitraffer-Aufnahmen des Canyons unter sich verändernden Lichtbedingungen gemacht.