Nachdem wir das regnerische Edmonton verließen, ging es weiter zum Jasper National Park, welcher einer der vier Parks der Canadian Rocky Mountain Parks ist. Bekannt ist der Park besonders durch die wunderschönen Bergpanoramen, seine Tiere und den Icefields Parkway, auf dem man an einige Gletscher sehr nahe heran kommt.

Am ersten Tag dort haben wir das Maligne Valley besucht. Da wir keine Lust zum Wandern hatten, sind wir zunächst zum Maligne Lake gefahren. Dieser ist mit seiner Länge von 22km und seiner durchschnittlichen Tiefe von 100m der längste und tiefste See im Park. Da er von Gletscherwasser gespeist wird, ist er ganzjährig sehr kalt. Die Insel Spirit Island im See ist eines der Wahrzeichen der kanadischen Rocky Mountains. Da wir sehr früh am Tag am See ankamen, konnten wir gleich um 10 Uhr ein Kanu für den ganzen Tag mieten. Nachdem wir 5km in den sehr länglichen See hineingerudert waren, machte dieser eine Biegung und gab ein tolles Bergpanorama preis. Auch Tiere konnte man gut beobachten. So schwamm z.B. eine Weile lang ein Biber in der Nähe unseres Kanus herum. Auch haben wir die Ruhe auf dem See nach all den vielen Leuten die man sonst im Park so trifft, sehr genossen.

Der zweite Tag bot für uns eine kurze Wanderung auf eines der Wahrzeichen des Parks, den Mount Edith Cavell. Für diesen Besuch mussten wir am Tag vorher eine spezielle Erlaubnis einholen, da die Besucherzahlen dort begrenzt sind, um Bauarbeiten an der Straße und dem Parkplatz zu ermöglichen. Der 3363m hohe Berg hat an seiner Spitze drei Gletscher, den Ghost Glacier, den Angel Glacier und den Mount Edith Gletscher. Diese speisen einen schönen Gletschersee, welchen man nach einer kurzen aber steilen Wanderung besichtigen kann.

Der dritte Tag bestand aus einer langen Fahrt über den sehr berühmten Icefields Parkway in Richtung des Banff National Park. Entlang der über 200km langen Straße bieten sich eine Unzahl an Viewpoints auf wunderschöne Berge und Gletscher.  Hier haben wir auch zwei Wasserfälle besucht. Die Athabasca Falls sind nicht wegen ihrer Höhe bekannt, sondern durch die Kraft, mit der das Wasser über den Fall fließt. Die Sunwapta Falls sind noch einmal etwas kleiner und wirken deshalb nicht mehr ganz so spektakulär. Eine besondere Attraktion entlang des Icefield Parkways ist der Athabasca Glacier. Hier kann man den „Toe of the Glacier Trail“ zum Beginn der Gletscherzunge wandern und kommt diesem auf wenige 100m nahe. Ohne Führung darf man allerdings wegen der Gletscherspalten nicht aufs Eis laufen. Hinter diesem Gletscher liegt das große Columbia Icefield, was eine der größten Ansammlungen von Eis südlich des Polarkreises darstellt. Hier kann man für viel Geld mit speziell ausgerüsteten Bussen mit richtig dicken Reifen auf das Eis fahren, was wir aber auf Grund des Preises nicht gemacht haben. Entlang der Straße gibt es auch diverse sehr schöne Seen, von denen die bekanntesten der Peyto Lake und der Bow Lake sind. Besonders Peyto Lake ist wunderschön mit seinem türkis-blauen Wasser, umliegenden Bergen und Gletschern. Die besondere Farbe des Sees wird, wie auch bei vielen anderen Seen in den Rocky Mountains, von feinen Gesteinspartikeln verursacht, welche mit dem Schmelzwasser in den See gelangen.